Finnentest des Unterabschnitts St. Leonhard bei der FF Brunnwiesen.
Am heutigen Abend fand im Feuerwehrhaus der FF Brunnwiesen der Finnentest für die Atemschutzgeräteträger des Unterabschnitts St. Leonhard statt. Dieser Leistungstest wird im Unterabschnitt jährlich von einer der vier Feuerwehren organisiert und durchgeführt.
Heuer übernahm die FF Brunnwiesen die Ausrichtung dieser wichtigen Leistungsüberprüfung. Insgesamt stellten sich 52 Mitglieder der Feuerwehren Diesendorf, Ruprechtshofen, St. Leonhard und Brunnwiesen der körperlich anspruchsvollen Prüfung.
Der sogenannte Finnentest dient dazu, die körperliche Leistungsfähigkeit der Atemschutzgeräteträger unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen. Die Teilnehmer absolvieren dabei mehrere Stationen mit vollständiger Atemschutzausrüstung, welche typische Belastungen aus dem Feuerwehrdienst simulieren.
Alle Teilnehmer absolvierten die einzelnen Stationen mit großem Engagement und stellten dabei ihre körperliche Fitness sowie ihre Einsatzbereitschaft für den Atemschutzeinsatz unter Beweis.
Ein besonderer Dank gilt dem Hauptorganisator HLM Markus Eßletzbichler, Atemschutzsachbearbeiter der FF Brunnwiesen, der gemeinsam mit seinem Helferteam für die Organisation und Durchführung verantwortlich zeichnete. Unterstützt wurde er dabei unter anderem vom Sachbearbeiter Feuerwehrmedizinischer Dienst OLM Gerald Erber.
Danke auch an die FF Ruprechtshofen, die mit dem Atemluftanhänger vor Ort war und damit das rasche Wiederbefüllen der verwendeten Atemluftflaschen sicherstellte.
Der jährliche Leistungstest stellt einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung und Einsatzvorbereitung dar und trägt wesentlich dazu bei, die Sicherheit der Einsatzkräfte im Atemschutzeinsatz zu gewährleisten.
Infokasten: Tauglichkeit und Fitnesstest für Atemschutzgeräteträger der NÖ Feuerwehren
Der Einsatz unter Atemschutz zählt zu den körperlich anspruchsvollsten Aufgaben im Feuerwehrdienst. Daher gelten für Atemschutzgeräteträger der Niederösterreichischen Feuerwehren klare gesundheitliche und körperliche Voraussetzungen.
Ärztliche Untersuchung als Grundlage
Bevor ein Feuerwehrmitglied die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger absolvieren darf, ist eine ärztliche Atemschutztauglichkeitsuntersuchung verpflichtend. Diese stellt sicher, dass die gesundheitlichen Voraussetzungen für Einsätze unter schwerem Atemschutzgerät gegeben sind.
Die Untersuchung umfasst unter anderem:
- Allgemeine ärztliche körperliche Untersuchung
- Blutabnahme im Rahmen der Vorsorge
- Spezifische Untersuchungen wie Lungenfunktion sowie Herz-Kreislauf-Checks
Auch während der aktiven Tätigkeit sind regelmäßige Nachuntersuchungen vorgeschrieben. Die Gültigkeit richtet sich nach dem Alter:
- Bis 40 Jahre: alle 5 Jahre
- Ab 40 Jahre: alle 3 Jahre
- Zwischen 60 und 65 Jahren: jährlich
Die Untersuchung kann beim Feuerwehrarzt oder bei speziell geschulten Ärztinnen und Ärzten in Niederösterreich durchgeführt werden.
Jährlicher Fitnesstest
Zusätzlich zur ärztlichen Kontrolle müssen Atemschutzgeräteträger einmal jährlich einen Leistungstest zur Überprüfung ihrer körperlichen Fitness absolvieren. Dabei stehen drei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:
- Finnentest – praxisnaher Belastungstest mit vollständiger Atemschutzausrüstung
- Cooper-Test – 12-Minuten-Lauf zur Überprüfung der Ausdauerleistung
- Fahrradtest – Belastungstest auf einem Stand-Fahrrad
Finnentest
Beim Finnentest absolvieren die Teilnehmer mit rund 20 kg Ausrüstung fünf aufeinanderfolgende Stationen innerhalb von 14,5 Minuten. Diese simulieren typische Tätigkeiten aus dem Atemschutzeinsatz, darunter Gehen mit Zusatzgewicht, Stiegensteigen, das Bewegen eines liegenden LKW-Reifens mittels Vorschlaghammer, das Überwinden von Hindernissen sowie das Rollen von Schläuchen.
Cooper-Test
Beim Cooper-Test muss innerhalb von 12 Minuten eine möglichst große Laufstrecke zurückgelegt werden. Die geforderte Mindestdistanz ist abhängig von Alter und Geschlecht des Feuerwehrmitglieds.
Fahrradtest
Beim Fahrradtest wird die körperliche Leistungsfähigkeit auf einem Stand-Fahrrad ohne EKG- oder Blutdrucküberwachung überprüft. Für eine erfolgreiche Absolvierung müssen sechs Minuten bei einer Leistung von 175 Watt mit einer Trittfrequenz von 60 bis 70 Umdrehungen pro Minute gefahren werden.
Diese regelmäßigen Untersuchungen und Leistungstests stellen sicher, dass Atemschutzgeräteträger den hohen körperlichen und gesundheitlichen Anforderungen im Einsatz gewachsen sind und ihre Aufgaben sicher erfüllen können.
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